Frau besprüht das Blatt einer Zimmerpflanze mit einer Sprühflasche

Pflanzenschädlinge

Pflanzenschädlinge sind Tiere oder Mikroorganismen, die Pflanzen befallen und deren Wachstum, Gesundheit und Erscheinungs­bild beeinträchtigen. Sie ernähren sich häufig von Pflanzen­säften oder Pflanzen­teilen und können bei starkem Befall zu Wachstums­störungen, Blattverlust oder im schlimmsten Fall zum Absterben der Pflanze führen. Besonders Zimmerpflanzen sollten daher regelmäßig auf Pflanzenschädlinge kontrolliert werden, damit sie gesund bleiben und ein Befall nicht auf andere Pflanzen übertragen wird, vor allem wenn mehrere Pflanzen im selben Raum stehen. 

Woher kommen Pflanzenschädlinge?

Pflanzenschädlinge können auf unterschiedlichen Wegen zu deinen Zimmerpflanzen gelangen. Häufig erfolgt ein Befall unbemerkt und breitet sich erst mit der Zeit sichtbar aus.

  • Neue Pflanzen: Neu gekaufte Pflanzen sind eine der häufigsten Ursachen, da Schädlinge oder deren Eier bereits beim Kauf vorhanden sein können.

  • Erde und Substrate: Auch Pflanzenerde kann Schädlinge, Larven oder Eier enthalten, insbesondere wenn sie offen gelagert oder bereits verwendet wurde.

  • Durch Fenster und Türen: Einige Pflanzenschädlinge können durch geöffnete Fenster oder Türen ins Haus und auf die Zimmerpflanzen gelangen.

  • Übertragung von Pflanze zu Pflanze: Stehen Zimmerpflanzen dicht beieinander, können sich Pflanzenschädlinge leicht ausbreiten, insbesondere bei bereits geschwächten Pflanzen.

Bestimmte Zimmerpflanzen sind anfälliger für einen Schädlingsbefall, insbesondere Arten mit weichen Blättern oder starkem Neuaustrieb. Ein häufiger Grund für einen Befall sind jedoch Pflegefehler. Falsches Gießverhalten, zu trockene Luft oder ein Nährstoff­mangel können die Widerstands­kraft der Pflanze deutlich reduzieren und sie anfälliger für Pflanzenschädlinge machen.

Pflanzenschädlinge bestimmen

Um Pflanzenschädlinge gezielt bekämpfen zu können, ist es wichtig, den Befall möglichst genau zu bestimmen. Dafür sollte die Pflanze gründlich untersucht werden, insbesondere Blätter, Blattunterseiten, Triebe und die Oberfläche der Erde. Viele Schädlinge sind klein oder verstecken sich an schwer einsehbaren Stellen. Häufig fällt ein Befall zunächst dadurch auf, dass die Pflanze geschwächt wirkt, kaum noch wächst oder ihr Erscheinungsbild sich verändert. Hinweise auf einen Schädlingsbefall können sein:

  • Vergilbte oder verfärbte Blätter
  • Flecken, Sprenkel oder silbrige Stellen auf den Blättern
  • Verformte, eingerollte oder gekräuselte Blätter
  • Klebrige Rückstände auf Blättern oder Pflanzenteilen
  • Feine Gespinste an Blättern oder Trieben
  • Ausbleibendes oder stark verlangsamtes Wachstum
  • Deformierte Blätter oder Triebe
  • Vorzeitiger Blattabwurf

Solltest du eines oder mehrere dieser Anzeichen an deiner Pflanze bemerken, ist es wichtig, die Art der Pflanzenschädlinge zu bestimmen, um gezielt reagieren zu können. Nur wenn klar ist, um welche Schädlinge es sich handelt, lassen sich passende Maßnahmen ergreifen und eine weitere Ausbreitung auf andere Pflanzen verhindern.

Häufige Pflanzenschädlinge an Zimmerpflanzen

Trauermücken

Trauermücken sind kleine, schwarze Fliegen, die sich in der Erde von Zimmerpflanzen aufhalten. Beim Gießen oder Bewegen der Pflanze schwirren sie häufig aus dem Substrat nach oben. Die Fliegen selbst sind meist weniger schädlich für die Pflanzen, aber ihre Larven, die in der Erde leben, können feine Pflanzenwurzeln schädigen. Trauermücken gelangen meist über die Blumenerde in die Wohnung, da Eier oder Larven im Substrat enthalten sein können. Besonders feuchte Erde begünstigt ihre Vermehrung, weshalb sie vor allem bei häufigem oder zu starkem Gießen auftreten.

Thripse

Auch Thripse gehören zu den häufigen Pflanzenschädlingen an Zimmerpflanzen. Bei diesen sogenannten Fransenflüglern handelt es sich um sehr kleine, schmale Insekten, die meist schwarz, braun oder gelblich gefärbt sind und sich auf der Blattunterseite, in Blattachseln oder an jungen Trieben aufhalten. Mit bloßem Auge sind sie oft nur schwer zu erkennen und wirken eher wie winzige Striche als wie klassische Käfer oder Fliegen. Einen Thripse-Befall erkennt man daher meist an silbrig schimmernden, gesprenkeltem oder streifigen Verfärbungen auf den Blättern sowie einer allgemein geschwächten Pflanze.

Läuse

Zu den häufig auftretenden Pflanzenschädlingen zählen auch Läuse, die in verschiedenen Arten vorkommen. Wollläuse sind leicht an ihren weißen, watteartigen Belägen zu erkennen, die sich vor allem in Blatt­achseln, an Trieben oder im Wurzel­bereich bilden. Zusätzlich scheiden sie klebrigen Honig­tau aus, der Blätter glänzend erscheinen lässt und die Bildung von Rußtau begünstigen kann. Schildläuse sitzen meist unbeweglich an Stängeln oder auf der Blatt­unterseite und wirken wie kleine, braune oder graue Erhebungen oder Schuppen auf der Pflanze. Sie lassen sich oft nicht einfach abstreifen, da sie durch einen harten, schildartigen Panzer geschützt sind. Blattläuse treten häufig in größeren Gruppen auf und sind meist an jungen Trieben, Knospen oder Blatt­unterseiten zu finden. Je nach Art sind sie grün, schwarz, gelblich oder rötlich gefärbt und oft gut mit bloßem Auge sichtbar.

Weiße Fliege

Die Weiße Fliege ist eine spezielle Art der Mottenschildläuse und zeigt sich meist durch kleine, weiße Insekten, die beim Berühren der Pflanze auffliegen. Diese Schädlinge halten sich überwiegend auf der Blattunterseite auf, wo sie Pflanzensaft saugen und die Pflanze dadurch schwächen.

Spinnmilben

Spinnmilben sind winzige Pflanzenschädlinge, die durch das Saugen von Pflanzensaft großen Schaden an Zimmerpflanzen verursachen können. Ein typisches Anzeichen für einen Spinnmilbenbefall sind feine, helle Sprenkel auf den Blättern, die durch ihre Saugtätigkeit entstehen. Bei stärkerem Befall bilden sich zusätzlich feine Gespinste zwischen den Blättern, Blattadern oder Trieben.

Weitere Erkrankungen

Neben tierischen Pflanzenschädlingen gibt es weitere Erkrankungen, die Zimmerpflanzen schaden können. Dazu zählen vor allem pilzliche und bakterielle Erkrankungen, die häufig durch ungünstige Standort- oder Pflegebedingungen begünstigt werden. Hohe Feuchtigkeit, Staunässe oder eine schlechte Luftzirkulation können das Risiko für solche Krankheiten erhöhen. Typische Anzeichen sind Flecken auf den Blättern, Schimmelbildung auf der Erde oder ein allgemeines Nachlassen der Pflanzengesundheit. 

Pflanzenschädlinge loswerden

Wie Pflanzenschädlinge bekämpft werden, hängt davon ab, um welche Art es sich handelt und wie stark der Befall ist. Ein erster Schritt ist meist die mechanische Entfernung der Schädlinge, indem die Pflanze gründlich abgeduscht oder die betroffenen Pflanzenteile vorsichtig abgewischt werden. Dadurch lassen sich viele Schädlinge bereits stark reduzieren. Bei einem Befall, der seinen Ursprung im Substrat hat, kann zudem ein Wechsel der Erde sinnvoll sein, um Eier oder Larven zu entfernen.

Ergänzend können Sprühbehandlungen eingesetzt werden, etwa mit öl- oder seifenhaltigen Lösungen. Bei starkem oder hartnäckigem Befall können auch spezielle Insektizide notwendig sein, die gezielt gegen bestimmte Pflanzenschädlinge wirken Wichtig ist, die Behandlung regelmäßig zu wiederholen und benachbarte Pflanzen ebenfalls zu kontrollieren, um eine erneute Ausbreitung zu verhindern.

Schädlingsbefall vermeiden

Pflanzenschädlinge lassen sich zwar nicht immer vollständig verhindern, das Risiko eines Befalls kann jedoch durch gezielte Maßnahmen deutlich reduziert werden. Regelmäßige Kontrollen und eine angepasste Pflege tragen wesentlich dazu bei, Zimmerpflanzen gesund zu halten.

  • Neue Pflanzen prüfen: Neu gekaufte Pflanzen vor dem Zusammenstellen mit anderen Pflanzen gründlich auf Schädlinge kontrollieren.

  • Regelmäßig kontrollieren: Zimmerpflanzen regelmäßig untersuchen, insbesondere die Blattunterseiten, Triebe und Blattachseln.

  • Besprühen und abduschen: Pflanzen gelegentlich mit Wasser besprühen oder vorsichtig abduschen, um Staub und mögliche Schädlinge zu entfernen.

  • Staunässe vermeiden: Überschüssiges Wasser konsequent ablaufen lassen, da geschwächte Wurzeln Pflanzen anfälliger machen.

  • Ausreichende Luftzirkulation: Pflanzen nicht zu dicht stellen, damit Blätter schneller abtrocknen können.

  • Saubere Pflanzgefäße verwenden: Töpfe und Untersetzer regelmäßig reinigen, um Keime und Schädlinge fernzuhalten.