Frau mit Einmalhandschuhen wischt Wollläuse von ihrer Zimmerpflanze

Wollläuse

Wollläuse, auch Schmierläuse genannt, sind Pflanzenschädlinge, die sich sowohl im Garten als auch in den Wohnräumen auf Zimmerpflanzen ausbreiten können. Es handelt sich um eine Unterfamilie der Schildläuse, unterscheiden sich jedoch deutlich im Aussehen und im Schadbild an den Pflanzen. 

Merkmale 

  • Aussehen: weißes, watteartiges Aussehen
  • Form: ovaler, weicher Körper
  • Größe: etwa 3 bis 6 mm groß
  • Besonderheiten: fadenartige Ausläufer am Körperrand

Wollläuse an Pflanzen erkennen

Häufig befinden sich Wollläuse schon vor dem Kauf an der Pflanze. Daher ist es sinnvoll, neue Pflanzen gründlich zu kontrollieren, bevor sie in den eigenen vier Wänden platziert werden. Aber auch trockene Heizungsluft, Pflegefehler oder ein zu dunkler Standort können einen Befall begünstigen, weswegen auch bestehende Zimmerpflanzen regelmäßig auf Schädlinge wie Wollläuse überprüft werden sollten.

Wollläuse sind leicht zu erkennen. Typisch für Wollläuse ist ihr watteartiges Erschei­nungs­bild. Sie scheiden eine wachsartige Substanz aus, die sie wie kleine Watte­bäusche oder Fussel wirken lässt. Wenn du solche weißlichen, watteähnlichen Gebilde an deiner Pflanze entdeckst, handelt es sich sehr wahrscheinlich um Wollläuse. Ein weiteres Anzeichen für Wollläuse ist ein klebriger Belag auf den Blättern. Beim Saugen am zuckerhaltigen Pflanzen­saft scheiden Wollläuse sogenannten Honigtau aus, der sich als glänzende, klebrige Schicht bemerkbar macht und später sogar Rußtaupilze begünstigen kann.

Schadbild an der Pflanze

Ein Wolllaus-Befall schwächt und schädigt die betroffene Pflanze erheblich. Die Schädlinge saugen den Pflanzensaft aus Blättern, Stängeln und teilweise sogar den Wurzeln. Gleichzeitig geben sie beim Saugen giftige Speichelstoffe ab, die wichtige Wachstums- und Stoffwechselprozesse der Pflanze stören. Die Folgen zeigen sich meist deutlich an der gesamten Pflanze. Typische Anzeichen an der Pflanze sind: 

  • Verlangsamtes Wachstum oder Wachstumsstopp

  • Eingerollte, vergilbte oder schlaffe Blätter

  • Vertrocknete Blattspitzen

  • Verformte, verkümmerte Triebe

  • Abfallende Blätter bei starkem Befall

  • Klebriger Belag (Honigtau) auf Blättern 

  • Schwarze Beläge durch Rußtaupilze

Wollläuse bekämpfen

Wollläuse können sich rasant vermehren, unter günstigen Bedingungen legt ein Weibchen etwa alle zwei Monate bis zu 600 Eier. Deshalb ist es wichtig, sofort zu handeln, sobald du einen Befall erkennst. Je früher du damit beginnst, die Wollläuse zu bekämpfen, desto höher sind die Chancen, deine Pflanze zu retten und eine Ausbreitung auf andere Pflanzen zu verhindern.

  1. Pflanze isolieren: Sobald du Wollläuse bemerkst, stelle die betroffene Pflanze sofort von anderen Pflanzen getrennt auf. Ein heller, eher kühler Standort ist ideal, da er die Entwicklung der Schädlinge verlangsamt.
  2. Kranke Pflanzenteile entfernen: Stark geschädigte oder stark befallene Blätter und Triebe solltest du sauber abschneiden.
  3. Wollläuse mechanisch entfernen: Bei leichtem Befall genügt oft schon das Abwischen der Tiere mit einem feuchten Tuch. Alternativ kannst du die Pflanze vorsichtig abduschen, um Wollläuse und ihre Rückstände zu entfernen.
  4. Pflanze ggfls. umtopfen: Befinden sich die Wollläuse auch an den Wurzeln der Pflanze, sollten diese umgehend umgetopft und die Wurzeln abgespült werden. Danach kann die Pflanze wieder in frisches Substrat und Topf eingesetzt werden.
  5. Geeignetes Mittel anwenden: Je nach Stärke des Befalls und der Pflanzenart kannst du natürliche oder chemische Mittel einsetzen, um die Wollläuse wirksam zu bekämpfen.

Hausmittel gegen Wollläuse

Es gibt verschiedene Hausmittel, die du zur Bekämpfung von Wollläusen einsetzen kannst. Besonders bewährt haben sich selbst angemischte Sprühlösungen, die du auf die befallene Pflanze aufträgst. Wiederhole die Anwendung im Abstand von zwei bis drei Tagen, bis keine Wollläuse mehr sichtbar sind.

Eine bewährte Möglichkeit ist eine Öl-Mischung aus Wasser, Rapsöl und etwas Spülmittel. Für eine wirksame Konzentration mische einen Liter Wasser mit zwei Esslöffeln Rapsöl und wenigen Tropfen Spülmittel. Schüttel alles gut durch und besprühe anschließend die Pflanze gründlich.

Ebenfalls effektiv ist eine Spiritus-Seifen-Mischung, bei der du fünfzehn Milliliter Spiritus, einen Liter Wasser und fünfzehn Milliliter flüssige Kernseife kombinierst. Diese Lösung wird ebenfalls auf die Pflanze aufgesprüht. Bei empfindliche Arten wie Orchideen solltest du die Mischung lieber vorsichtig mit einem Pinsel auftragen. Bei Kakteen hingegen kann die Mischung auch eine höhere Dosierung an Spiritus enthalten, da ihre dicke Haut weniger empfindlich ist.

Nützlinge gegen Wollläuse

Neben Hausmitteln können auch verschiedene Nützlinge eingesetzt werden, um Wollläuse zu bekämpfen, zum Beispiel:

  • Australische Marienkäfer: Fressen im Laufe ihres Lebens bis zu 300 Wollläuse. Für eine wirksame Bekämpfung benötigen sie Temperaturen über 20 °C und eine hohe Luftfeuchtigkeit.
  • Florfliegenlarven: Beginnen meist innerhalb von etwa 14 Tagen, die Schmierläuse aktiv zu fressen. Sie reduzieren den Befall deutlich, müssen jedoch meist mehrmals eingesetzt werden.
  • Schlupfwespen: Legen ihre Eier in die Wollläuse, wodurch deren Entwicklung gestoppt und die Population nach und nach dezimiert wird.

Befall vorbeugen

Damit es gar nicht erst zu einem Befall mit Wollläusen kommt, lohnt es sich, einige grundlegende vorbeugende Maßnahmen in der Pflanzenpflege zu beachten. Eine gesunde, gut versorgte Pflanze ist deutlich weniger anfällig für Schädlinge. Überprüfe daher regelmäßig folgendes:

  • Pflegefehler wie ein falsches Gießverhalten vermeiden
  • Pflanze an geeignetem Standort mit ausreichend Licht platzieren
  • Richtig düngen und übermäßigen Stickstoff vermeiden
  • Trockener Heizungsluft z. B. durch Besprühen entgegenwirken