Müssen es im Kinderzimmer wirklich Kunstpflanzen sein, um auf Nummer sicher zu gehen? Nein, absolut nicht. Auch echte Pflanzen können dort ihren Platz finden, ohne dass sie zur Gefahr werden. Dabei bringen sie neben der Optik auch gleich weitere Vorteile mit sich: Lebendiges Grün verbessert die Raumluft, produziert Sauerstoff und sorgt für eine angenehme Atmosphäre. Kinder, die mit Pflanzen aufwachsen, entwickeln früh ein Gefühl für Natur und Verantwortung. Eine Pflanze zu gießen, Ableger zu beobachten oder neue Blätter zu entdecken sind kleine Erlebnisse, die nachhaltig wirken. Dennoch ist es wichtig, bei der Auswahl der Pflanzen fürs Kinderzimmer genau hinzuschauen. Viele beliebte Zimmerpflanzen können unter gewissen Umständen giftig sein. Zum Glück gibt es aber auch wirklich kinderfreundliche Pflanzen, die genauso schön sind und bedenkenlos ins Kinderzimmer einziehen können.
Worauf es bei Pflanzen im Kinderzimmer ankommt
Viele Pflanzen, die im Wohnzimmer völlig unproblematisch sind, sind für Räume, in denen Kinder schlafen, spielen und toben, schlicht die falsche Wahl. Wer gezielt kinderfreundliche Pflanzen sucht, sollte ein paar Kriterien im Blick behalten:
- Ungiftig: Kleinkinder erkunden ihre Umgebung mit Händen und Mund, und selbst ältere Kinder greifen neugierig in Töpfe oder zupfen Blätter ab. Eine Pflanze, die beim Verschlucken Symptome auslöst, hat im Kinderzimmer nichts zu suchen.
- Sicher: Pflanzen mit Dornen oder scharfkantigen Blättern stellen im Kinderzimmer eine unnötige Verletzungsgefahr dar.
- Geruchslos: Stark duftende Pflanzen können den Schlaf stören und die Raumluft belasten. Gerade im Kinderzimmer, wo Kinder viele Stunden schlafen, ist das ein Faktor, den viele unterschätzen.
Zudem kann es sinnvoll sein, auf pflegeleichte Pflanzen zu setzen. Nicht nur, weil der Familienalltag ohnehin voll ist, sondern weil Kinder so aktiv mitmachen können. Wenn mal versehentlich etwas zu viel Wasser eingegossen wird oder beim Toben an den Topf gestoßen wird, sollte die Pflanze das problemlos verkraften. Viele unkomplizierte und gleichzeitig kinderfreundliche Pflanzen machen genau das möglich, ohne dass viel schiefgehen kann.
Beispiele für kinderfreundliche Pflanzen
Es gibt viele ungiftige Pflanzen für Kinder, die gleichzeitig schön aussehen und pflegeleicht sind. Die folgende Auswahl gilt in der Regel als unbedenklich. Dennoch reagieren manche Kinder empfindlicher als andere. Auch grundsätzlich ungiftige Pflanzen können bei manchen Kindern Reaktionen auslösen, etwa bei bestehenden Allergien oder besonders empfindlicher Haut. Es lohnt sich daher, neue Pflanzen zunächst zu beobachten und sie bei ersten Anzeichen einer Reaktion lieber aus dem Kinderzimmer zu entfernen.
Grünlilie – perfekt für Orte außer Reichweite

Die Grünlilie hat lange, schmale Blätter, die locker über den Topfrand hängen und dem Raum etwas Leichtes geben. Für das Kinderzimmer ist das praktisch: Sie lässt sich hoch oben platzieren, weit außerhalb der Reichweite kleiner Hände, und begrünt das Kinderzimmer trotzdem. Die Pflanze gilt als eine der sichersten Optionen überhaupt und ist zudem ausgesprochen pflegeleicht. Am besten regelmäßig mäßig gießen, Staunässe vermeiden und einen hellen Standort ohne direkte Sonne wählen. Außerdem gilt die Grünlilie als luftreinigende Pflanze und kann so zu einem angenehmen Raumklima im Kinderzimmer beitragen.
Maranta – die lebendige Zimmerpflanze

Die Maranta wird auch Gebetspflanze genannt. Das liegt an ihrem besonderen Schlafverhalten: Abends stellt sie ihre Blätter aufrecht auf, morgens senkt sie sie wieder. Dieses Schauspiel wiederholt sich täglich und macht sie zu einer der faszinierendsten Zimmerpflanzen überhaupt, besonders für Kinder, die genau hinschauen. Dazu kommen die auffälligen Blattmuster in verschiedenen Grüntönen und Rot. Zwar ist die Maranta nicht die anspruchsloseste Zimmerpflanze, mit etwas Routine aber dennoch gut zu halten. Ein heller Standort ohne direkte Sonne und regelmäßiges Besprühen reichen als Grundpflege aus. Das regelmäßige Besprühen ist sogar ein Job, den Kinder begeistert übernehmen können.
Glückskastanie – der kleine Baum fürs Kinderzimmer

Im Kinderzimmer bringt die Glückskastanie das Gefühl eines kleinen Baums ins Zimmer, ohne dabei viel Platz wegzunehmen. Ihr markanter, oft geflochtener Stamm und die großen, handförmigen Blätter machen sie zu einem echten Hingucker. Dabei gilt sie größtenteils als ungiftig. Lediglich der Stammsaft kann bei Kleinkindern in sehr großen Mengen Magenprobleme verursachen, wenn er verschluckt wird. Beim normalen Anfassen besteht keine Gefahr. Auch die Pflege der Glückskastanie ist unkompliziert. Sie braucht einen hellen Standort ohne direkte Sonne und wird sparsam gegossen, da der verdickte Stamm Wasser speichert.
Bergpalme – für den Mini-Dschungel

Die Bergpalme bringt mit ihren fein gefiederten, dunkelgrünen Wedeln echtes Dschungelfeeling ins Kinderzimmer. Als Zimmerpalme bleibt sie kompakt und überschaubar in der Größe, was sie auch ideal für kleinere Räume macht. Dabei gilt sie als ungiftige Zimmerpflanze und kann auch auf dem Boden in Reichweite der Kinder platziert werden. Wichtig ist ein heller Standort ohne direkte Sonne. Regelmäßig, aber mäßig gießen und gelegentlich die Wedel besprühen, besonders in beheizten Räumen mit trockener Luft.
Vorsicht: Diese Pflanzen sind für Kinderzimmer ungeeignet
Viele beliebte Zimmerpflanzen sind giftig und haben im Kinderzimmer nichts zu suchen. Besonders für Kleinkinder, die ihre Umgebung mit Händen und Mund erkunden, ist das Risiko hoch. Manche Pflanzen lösen bereits bei Hautkontakt mit dem Pflanzensaft Reizungen aus, andere werden erst beim Verschlucken gefährlich. Verantwortlich dafür sind Giftstoffe wie Calciumoxalat-Kristalle oder Saponine, die in vielen beliebten Zimmerpflanzen stecken. Die folgenden gehören dazu:
- Dieffenbachie: Gilt bereits bei Hautkontakt mit dem Pflanzensaft als hochgiftig.
- Efeutute: Bei Hautkontakt reizend, beim Verschlucken gefährlich.
- Philodendron: Der Pflanzensaft reizt die Haut und ist beim Verschlucken giftig.
- Monstera: Enthält mehrere Reizstoffe, gefährlich sowohl bei Hautkontakt als auch beim Verschlucken.
- Bogenhanf: Gilt als schwach giftig.
Erste Hilfe bei möglicher Vergiftung
Auch bei aller Vorsicht kann mal etwas passieren. Was also tun, wenn ein Kind an einer Pflanze geknabbert hat? Das Wichtigste in diesem Moment ist Ruhe bewahren, denn in den meisten Fällen bleibt es bei leichten Beschwerden oder gar keinen Symptomen. Danach am besten direkt den Giftnotruf anrufen. Einen Pflanzenteil oder ein Foto der Pflanze bereitzuhalten hilft dabei, die Pflanze von Fachleuten schnell einordnen zu lassen. Wichtig ist außerdem, kein Erbrechen einzuleiten. Beruhigend zu wissen ist, dass die große Mehrheit aller Pflanzenvergiftungen bei Kindern ohne ernsthafte Folgen verläuft.
Weitere Tipps für Pflanzen im Kinderzimmer
Wenn es um Pflanzen fürs Kinderzimmer geht, kommt es grundsätzlich auf das Alter an. Unsere Empfehlungen richten sich vor allem an Kleinkinder, die noch alles anfassen und in den Mund nehmen. Ältere Kinder können natürlich auch beliebte Pflanzen wie eine Monstera oder ein Philodendron im Zimmer haben. Viele dieser Pflanzen sind zudem nur gefährlich, wenn der Pflanzensaft austritt, etwa beim Abbrechen von Blättern, nicht beim bloßen Anfassen.
Hilfreich ist es außerdem, Kinder von Anfang an einzubeziehen. Es lohnt sich, Kindern früh zu erklären, welche Pflanzen sie anfassen dürfen und welche besser nicht. Auch das Gießen und Pflegen gemeinsam zu üben, fördert früh einen bewussten Umgang mit Pflanzen. Auch die Platzierung spielt natürlich eine Rolle. Giftige oder empfindliche Pflanzen sollten am besten unerreichbar für Kinder aufgestellt werden, zum Beispiel auf hohen Regalen, Fensterbänken außer Reichweite oder in Hängetöpfen. Zudem kann es sinnvoll sein, die Erde abzudecken, denn Kleinkinder greifen gerne in Blumentöpfe und stecken die Finger danach in den Mund. Eine einfache Schicht Steine oder Rindenmulch schafft hier schnell Abhilfe.

