Spinnenmilben

Spinnmilben

Was sind Spinnmilben?

Spinnmilben (Tetranychidae) sind winzige Spinnentiere, die zu den häufigsten und hartnäckigsten Schädlingen an Zimmerpflanzen, Balkonpflanzen und Gartenpflanzen zählen. Aufgrund ihrer häufig rötlich bis orange-braunen Färbung sind sie auch als kleine rote Spinnen bekannt. Allerdings gibt es auch Spinnmilben-Arten, die eher gelblich-grün gefärbt sind.

  • Klassifikation: Spinnmilben gehören zur Familie der Spinnentiere. Sie werden der Unterklasse der Milben und der Unterordnung Prostigmata zugeordnet.
  • Größe: Mit einer Größe von nur 0,2 und 0,5 Millimetern sind Spinnmilben winzig.
  • Aussehen: Ihre Färbung variiert je nach Art und Jahreszeit von gelblich bis rötlich.

Zudem vermehren sich Spinnmilben äußerst schnell. Weibchen legen während ihres kurzen Lebens bis zu 100 Eier, aus denen bereits nach drei Tagen Larven schlüpfen, die sich in nur zwei Wochen zu fortpflanzungsfähigen Erwachsenen entwickeln. Daher solltest du nicht daraufhoffen, dass ein Spinnmilben-Befall von selbst verschwindet.  Schnelles Handeln ist entscheidend, um eine Ausbreitung und größere Schäden an deinen Pflanzen zu verhindern.

Befall von Spinnmilben erkennen

Aufgrund ihrer einzigen Größe ist es schwer, Spinnmilben mit dem bloßen Auge zu erkennen. Es gibt aber einige Anzeichen, insbesondere an der Pflanze selbst, wodurch sich ein Befall von Spinnmilben erkennen lässt.

Spinneweben an Pflanzen

Das erste Anzeichen für einen Spinnmilben-Befall ist meist die charakteristische Netz­bildung. Typisch ist die Bildung feiner Gespinste, die sich häufig um Stängel und Triebe legen und an Zimmerpflanzen gut erkennbar sind.

Wichtig ist, diese Gespinste nicht mit normalen Spinnen­weben an Pflanzen zu verwechseln. Echte Spinnen bauen gelegentlich auch Netze an Pflanzen, das ist jedoch völlig harmlos. Spinnmilben-Gespinste wirken feiner und zarter, fast wie ein hauch­dünner weißer Schleier, der sich eng an das Pflanzengewebe schmiegt. Ein Spinnen­netz hingegen ist gröber, drei­dimensionaler und meist frei zwischen zwei Punkten gespannt.

Bewegende Punkte

Auch wenn sie nicht immer direkt als Tiere zu erkennen sind, sieht man bei genauerem Hinsehen häufig winzige, sich bewegende Punkte – entweder in den Gespinsten oder direkt auf den Blattunterseiten. Entdeckst du Spinneweben an deiner Pflanze, solltest du sie unbedingt genauer untersuchen.

Geschwächte Pflanze

Ein weiteres Anzeichen für einen Spinnmilben-Befall ist eine krank wirkende Pflanze. Spinnmilben saugen den Zellsaft direkt aus dem Pflanzengewebe. Die Pflanze wirkt dadurch zunehmend geschwächt und die Blätter verfärben sich gelblich. Bei starkem Befall können sich die Blätter einrollen, vertrocknen und schließlich abfallen.

Spinnmilben wirksam bekämpfen

Ohne rechtzeitiges Eingreifen kann die Pflanze stark geschädigt werden oder sogar absterben. Deshalb ist es wichtig, schnell zu handeln, um den Befall von Spinnmilben einzudämmen und die Pflanze zu retten. Mit diesen Maßnahmen kannst du Spinnmilben bekämpfen:

  1. Betroffene Pflanze isolieren: Stelle die befallene Pflanze getrennt von anderen Pflanzen auf, um Kontakt und eine Ausbreitung zwischen den Pflanzen zu verhindern. Direkt angrenzende Pflanzen sollten dennoch vorsorglich mitbehandelt werden.
  2. Pflanzen abduschen: Ein einfacher und wirksamer Schritt ist, die Pflanzen gründlich abduschen. Stelle sie dazu in die Dusche und brause sie ab. So werden die Tierchen abgewaschen und gleichzeitig die Feuchtigkeit erhöht.
  3. Pflanzen behandeln: Für eine gezielte Bekämpfung können chemische Schädlingsmittel eingesetzt werden. Diese Mittel sollten jedoch mit Vorsicht verwendet werden, da sie auch der Pflanze schaden können. Eine bessere Wahl sind natürliche Alternativen.

Hausmittel gegen Spinnmilben

Es gibt verschiedene wirksame Mittel, mit denen du deine Pflanzen zur Bekämpfung von Spinnmilben einsprühen kannst. Ein schonende und einfache Methode ist eine Mischung aus Rapsöl, Wasser und ein paar Tropfen Spülmittel. Auch Neemöl, verdünnt mit Wasser, hat sich als effektive Alternative bewährt. Ein weiteres Mittel zum Einsprühen der Pflanze ist eine Seifenlösung aus milder Schmierseife und Wasser. Besprühe die betroffenen Pflanzen gründlich mit der Lösung, insbesondere die Blätter und Blattunterseiten. Wiederhole die Anwendung alle zwei bis drei Tage über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen, um den Befall nachhaltig zu bekämpfen.

Einsetzen von Nützlingen

Nützlinge wie Raubmilben oder Florfliegenlarven sind natürliche Feinde der Spinnmilben und eine umweltfreundliche Methode, um den Befall einzudämmen. Die Nützlinge fressen sowohl die Spinnmilben selbst als auch deren Eier und Larven. Damit der Einsatz von Nützlingen optimal funktioniert, ist es wichtig, ihre spezifischen Anforderungen an Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu berücksichtigen.

Vorbeugung: Wie entstehen Spinnmilben?

Um einen Spinnmilben-Befall von vornherein zu verhindern, hilft es zu verstehen, wie es überhaupt dazu kommt. Spinnmilben lieben warme, trockene Bedingungen und fühlen sich besonders in beheizten Innenräumen wohl, wo die Luftfeuchtigkeit oft gering ist. Sie gelangen häufig über neu gekaufte Pflanzen, Schnittblumen oder sogar über die Kleidung ins Zuhause. Geschwächte oder gestresste Pflanzen sind dabei besonders anfällig. Wer also gut für seine Pflanzen sorgt, macht es den Milben von Anfang an schwerer. Das kannst du also tun, um Spinnmilben vorzubeugen:

  • Luftfeuchtigkeit erhöhen: Besprühe deine Pflanzen regelmäßig mit Wasser oder stelle eine Schale Wasser in die Nähe.
  • Neue Pflanzen isolieren: Frisch gekaufte Pflanzen solltest du zunächst sorgfältig kontrollieren und sicherheitshalber einige Tage getrennt von deinen anderen Pflanzen aufstellen.
  • Regelmäßig düngen: Gut mit Nährstoffen versorgte Pflanzen sind widerstandsfähiger. Dünge deine Pflanzen regelmäßig, damit sie stark und gesund bleiben.
    • Regelmäßig kontrollieren: Wer seine Pflanzen aufmerksam beobachtet, erkennt erste Auffälligkeiten frühzeitig und kann eingreifen, bevor sich ein Befall ausbreitet und die Spinnmilben großen Schaden anrichten.