Wie oft sollte man eigentlich seine Zimmerpflanzen umtopfen? Welche Erde sollte man verwenden? Und was ist dabei sonst noch zu beachten? Wenn du das Umtopfen deiner Zimmerpflanzen aus Angst vor Fehlern immer weiter aufschiebst, kann das der Pflanze langfristig mehr schaden als helfen.
Mit der Zeit verliert die Erde ihre Nährstoffe, die Wurzeln stoßen an ihre Grenzen und es kann zu Mangelerscheinungen kommen. In der Natur breiten Pflanzen ihre Wurzeln unbegrenzt aus. Zimmerpflanzen sind jedoch auf den vorhandenen Topf angewiesen. Wachsen die Wurzeln immer weiter, ohne frische Erde oder mehr Platz zu bekommen, beeinträchtigt das langfristig Gesundheit und Wachstum. Spätestens wenn der Topf zu klein wird, hemmt er die Entwicklung der Pflanze deutlich. Ein klares Anzeichen, dass es Zeit ist umzutopfen, sind Wurzeln, die unten aus dem Topf wachsen oder sich stark um sich selbst wickeln. Aber auch andere Probleme wie Staunässe, Wurzelfäule oder Schädlinge in der Erde sind ein Grund fürs Umtopfen. Deswegen erfährst du hier alles, was du zum Thema Pflanzen umtopfen wissen musst, damit nichts schiefgeht und du deine Pflanze entsprechend versorgst.
Die richtige Vorbereitung: Was benötigst du?
Zimmerpflanzen umtopfen solltest du nicht spontan zwischen Tür und Angel erledigen. Mit der richtigen Vorbereitung arbeitest du sauberer, stressfreier und schonst sowohl deine Pflanze als auch deine Umgebung. Wenn alle benötigten Utensilien griffbereit sind, vermeidest du Hektik, unnötige Fehler und Unterbrechungen während des Umtopfens. Nimm dir bewusst Zeit und sorge für einen geeigneten Arbeitsplatz. So schaffst du die besten Voraussetzungen für ein erfolgreiches Umtopfen.
Diese Utensilien benötigst du zum Umtopfen deiner Pflanzen:
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Unterlage: Schützt Boden und Arbeitsfläche vor Erde
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Pflanzenerde: Frisch, locker und pflanzenspezifisch
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Handschuhe: Schutz bei Kakteen oder giftigem Pflanzensaft
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Schere oder Messer: Zum Kürzen beschädigter Wurzeln
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Gießkanne: Zum Angießen nach dem Umtopfen
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Kleine Schaufel: Erleichtert das Einfüllen der Erde
Pflanzen umtopfen – Schritt für Schritt
Ist die Vorbereitung abgeschlossen, beginnt das Umtopfen. Ein strukturiertes Vorgehen sorgt dafür, dass die Pflanze den Wechsel gut übersteht und typische Pflegefehler vermieden werden.
1. Pflanze aus dem Topf nehmen
Beginne damit, deine Pflanze vorsichtig aus dem Innentopf zu ziehen. Greife sie dabei am besten am unteren Stängelbereich oder direkt am Wurzelballen, damit Blätter und Triebe nicht unnötig belastet werden. Löst sie sich nicht von allein, kannst du den Topf leicht zusammendrücken oder etwas aufklopfen. Pass dabei auf, weder die Wurzeln noch die Pflanze selbst zu beschädigen.
2. Wurzeln vorsichtig von der Erde befreien
Hast du die Pflanze aus dem Topf entfernt, solltest du die Wurzeln vorsichtig lockern und überschüssige Erde entfernen. Schüttle den Wurzelballen leicht, damit sich alte Erdklumpen lösen, oder hilf behutsam mit den Fingern nach, um die Wurzeln voneinander zu trennen. Entdeckst du dabei faule oder abgestorbene Wurzeln, kannst du diese mit einer sauberen Schere oder einem scharfen Messer abschneiden. Gesunde Wurzeln solltest du hingegen nicht entfernen
3. Frische Erde in den Topf schütten
Gib zunächst eine dünne Schicht frische Erde auf den Boden des neuen Innentopfs. Diese dient als Grundlage, auf der die Pflanze stabil steht und neue Wurzeln gut anwachsen können. Achte darauf, dass die Erdschicht nicht zu dick ist, damit die Pflanze später nicht zu hoch im Topf sitzt. Bei Pflanzen, die empfindlich auf Staunässe reagieren, kann es sinnvoll sein, vor der Erde eine Drainageschicht aus Blähton, Kies oder kleinen Steinen einzufüllen. Diese sorgt dafür, dass überschüssiges Gießwasser besser abfließen kann und beugt Wurzelfäule vor. Anschließend folgt die erste Schicht frischer Erde als Bettung für den Wurzelballen.
4. Pflanze in den neuen Topf stellen
Nun geht es an das eigentliche Umtopfen deiner Pflanze. Stelle sie mittig in den neuen Topf, sodass rundherum ausreichend Platz für frische Erde bleibt. Fülle den Raum um den Wurzelballen nun mit der neuen Erde auf. Achte darauf, dass bis zum Topfrand etwa ein bis zwei Zentimenter frei bleibt. Ruckle den Topf vorsichtig, damit sich die Erde gleichmäßig verteilt und keine Hohlräume zwischen den Wurzeln entstehen. Die Erde sollte locker sitzen und nicht fest angedrückt werden.
Handelt es sich um eine kletternde oder rankende Pflanze oder ist sie inzwischen deutlich gewachsen, kannst du jetzt auch eine Rankhilfe, zum Beispiel einen Moosstab, einsetzen oder neu platzieren. Binde die Triebe locker an, damit die Pflanze stabil wachsen kann.
5. Erde leicht festdrücken
Drücke die frische Erde nun vorsichtig mit den Fingern an, damit die Pflanze stabil im Topf steht. Die Erde sollte fest genug sein, um Halt zu geben, dabei aber so locker bleiben, dass die Wurzeln ausreichend Luft und Platz zum Weiterwachsen haben. Vermeide es, die Erde zu stark zu anzurücken, da dies die Wurzelentwicklung beeinträchtigen und Staunässe begünstigen kann. Achte außerdem darauf, dass keine Wurzeln an der Erdoberfläche sichtbar sind. Sollten Wurzeln frei liegen, setze die Pflanze etwas tiefer ein oder ergänze noch etwas Erde, bis der Wurzelballen vollständig bedeckt ist.
6. Pflanze angießen
Gib deiner umgetopften Pflanze nun einen guten Schluck Wasser. Dadurch wird die frische Erde gleichmäßig befeuchtet und den Wurzeln wird das Anwachsen erleichtert. Da das Substrat noch sehr locker ist, fließt das Wasser meist relativ schnell durch den Topf. Kontrolliere daher nach etwa 15 bis 30 Minuten, ob sich Wasser im Übertopf oder Untersetzer gesammelt hat, und gieße dieses gegebenenfalls ab, um Staunässe zu vermeiden. In der Regel ist direkt nach dem Umtopfen kein zusätzlicher Dünger nötig, da viele frische Erden bereits mit Nährstoffen angereichert sind.

Typische Fehler beim Umtopfen vermeiden
Die Schritt-für-Schritt-Anleitung hilft dir beim Umtopfen deiner Zimmerpflanzen. Dennoch ist es sinnvoll, typische Fehler zu kennen und bewusst zu vermeiden. So übersteht deine Pflanze den Topfwechsel gut und kann sich im neuen Substrat optimal entwickeln. Damit schaffst du die besten Voraussetzungen für kräftiges Wachstum und gesunde Zimmerpflanzen.
Falsche Topfgröße
Einer der häufigsten Fehler beim Umtopfen ist die Wahl eines zu kleinen oder zu großen Topfes. Ist der Topf zu klein, haben die Wurzeln nicht genügend Platz zum Wachsen. Ein zu großer Topf hingegen erhöht die Gefahr von Staunässe, da die Wurzeln anfangs noch nicht den gesamten Topf durchwachsen. Der neue Topf sollte daher so bemessen sein, dass zwischen Wurzelballen und Topfrand etwa zwei bis drei Zentimeter Platz bleiben. So haben die Wurzeln ausreichend Raum zum Wachsen, ohne dass überschüssige Erde zu lange feucht bleibt.
Keine ausreichende Drainage
Beim Umtopfen deiner Pflanzen solltest du unbedingt auf eine ausreichende Drainage achten. Verwende idealerweise einen Innentopf mit Abzugslöchern, der in einen Übertopf gestellt wird. So kann überschüssiges Gießwasser ablaufen und Staunässe vermieden werden. Die Pflanze direkt in einen geschlossenen Übertopf zu pflanzen, ist nicht empfehlenswert, da sich dort schnell Wasser sammelt und die Wurzeln dauerhaft zu nass stehen. Eine Ausnahme bilden Tontöpfe mit Abzugslöchern. Diese sind durch ihre porösen Wände zusätzlich luft- und wasserdurchlässig und unterstützen ein gesundes Wurzelklima.
Nicht die passende Erde
Auch welche Erde du verwendest, spielt beim Umtopfen eine wichtige Rolle. Blumenerde muss mehrere Aufgaben erfüllen: Sie sollte Wasser und Nährstoffe speichern, diese gleichmäßig an die Pflanze abgeben und gleichzeitig locker genug sein, damit die Wurzeln ausreichend Luft bekommen. Günstige Erden sind häufig nicht steril und enthalten einen hohen Kompostanteil. Dadurch neigen sie schneller zu Schimmelbildung oder bringen bereits Schädlinge wie Trauermücken mit. Eine hochwertige, auf die jeweilige Pflanzenart abgestimmte Erde sorgt hingegen für ein stabiles Wurzelklima und beugt Problemen von Anfang an vor.
Falscher Zeitpunkt
Als grobe Regel gilt, dass Zimmerpflanzen etwa alle ein bis eineinhalb Jahre umgetopft werden sollten. Junge Pflanzen wachsen besonders schnell und benötigen daher häufiger einen neuen, größeren Topf. Ältere Pflanzen kommen hingegen oft länger mit demselben Topf aus und müssen meist nur alle zwei bis vier Jahre umgetopft werden. Der beste Zeitpunkt zum Umtopfen ist das Frühjahr, da dies auch der Anfang der Wachstumsperiode der meisten Pflanzen ist. In dieser Phase können sich die Pflanzen besonders gut regenerieren und neue Wurzeln bilden. Bei blühenden Pflanzen solltest du jedoch warten, bis die Blütezeit abgeschlossen ist, da ein Umtopfen während der Blüte die Pflanze zusätzlich stressen kann.
Besondere Anforderungen beliebter Pflanzenarten
Monstera umtopfen
Fast jeder Pflanzenliebhaber hat eine Monstera zu Hause. Unter guten Bedingungen wächst sie schnell und kann innerhalb kurzer Zeit sehr groß werden, weshalb sie regelmäßig einen größeren Topf benötigt. Beim Umtopfen ist eine luftige, strukturstabile Erde besonders wichtig, idealerweise mit Anteilen wie Rinde, Perlit oder Kokosfasern. Da Monsteras kletternde Pflanzen sind, kannst du beim Umtopfen außerdem direkt eine Rankhilfe, zum Beispiel einen Moosstab, einsetzen oder erneuern.
Strelitzie umtopfen
Strelitzien bevorzugen einen eher engen Topf und müssen nicht zu häufig umgetopft werden. Erst wenn der Topf stark durchwurzelt ist oder die Pflanze instabil steht, ist ein größerer Topf sinnvoll. Dabei ist besondere Vorsicht geboten, denn die Wurzeln der Strelitzie sind sehr empfindlich und reagieren schnell auf Beschädigungen. Häufig befinden sich beim Kauf mehrere Pflanzen in einem Topf. In diesem Fall kannst du sie beim Umtopfen vorsichtig voneinander trennen und mit etwas mehr Abstand in separate oder größere Töpfe einsetzen. Achte dabei auf eine sehr gute Drainage, da Strelitzien empfindlich auf Staunässe reagieren. Verwende ein durchlässiges Substrat und wähle den neuen Topf nur eine Nummer größer.
Anthurie umtopfen
Anthurien mögen es gleichmäßig feucht, aber niemals nass. Beim Umtopfen solltest du auf eine lockere, humusreiche und gut durchlüftete Erde achten. Ein zu großer Topf ist nicht empfehlenswert, da die Pflanze ihre Energie sonst eher in Wurzelwachstum als in Blüten steckt. Umtopfen ist meist alle ein bis zwei Jahre ausreichend, idealerweise im Frühjahr.
Alocasia umtofen
Alocasien reagieren empfindlich auf Stress, daher sollte das Umtopfen besonders vorsichtig erfolgen. Der neue Topf sollte nur leicht größer sein als der vorherige. Eine luftige, nährstoffreiche Erde mit guter Drainage ist essenziell, da Alocasien schnell zu Wurzelfäule neigen. Nach dem Umtopfen ist ein warmer, heller Standort ohne direkte Sonne wichtig, damit sich die Pflanze gut erholen kann.

