Was macht eine Pflanze eigentlich nützlich?
Pflanzen sind nicht nur schön, sie können auch nützlich sein. Doch was heißt das eigentlich? Im Garten bedeutet nützlich meist etwas anderes als in der Wohnung. Draußen zählen Ernteertrag, Bienenweiden und das Zusammenspiel von Pflanzen und Nützlingen. Kräuter und Gemüse liefern Nahrung, andere Blüten locken Bienen und Marienkäfer an, die wiederum Schädlinge in Schach halten. In der Wohnung fällt der Ernteaspekt meist weg. Hier zeigt sich der Nutzen einer Pflanze eher in Optik, Raumklima und Wohlbefinden. Eine Zimmerpflanze füllt eine Ecke mit Grün, hebt die Luftfeuchtigkeit leicht an und sorgt für eine ruhige Atmosphäre.
Trotzdem gibt es eine Überschneidung. Insekten spielen in beiden Fällen eine Rolle. Im Garten sollen Pflanzen oft nützliche Insekten anlocken, etwa Bienen oder Florfliegen. In der Wohnung ist eher das Gegenteil gefragt. Manche Pflanzen halten Mücken, Wespen oder Motten eher fern, statt sie anzuziehen.
Pflanzen als natürlicher Insektenschutz
Wenn Pflanzen zur Insektenabwehr dienen, kommt diese Wirkung fast immer von ätherischen Ölen. Stoffe wie Citronellal, Geraniol oder Eukalyptol verströmen einen Duft, der für uns angenehm ist, aber viele Insekten stört. Genau deshalb sind es meist keine tropischen Zimmerpflanzen wie Monstera oder Philodendron, die hier wirken. Stattdessen handelt es sich um mediterrane Kräuter und Duftpflanzen, die von Natur aus reich an diesen Ölen sind. Je nach Insekt wirken unterschiedliche Düfte, die gegen unterschiedliche Insekten wirken.
Welche Pflanze hilft gegen Mücken?
Mücken in der Wohnung gehören zu den lästigsten Störenfrieden im Sommer, besonders abends am offenen Fenster. Viele greifen deshalb zu Sprays oder Steckdosenverdampfern, dabei reicht manchmal schon die richtige Pflanze auf der Fensterbank. Zu den bekanntesten Pflanzen gegen Mücken zählen:
- Zitronenmelisse
- Zitronengras
- Citronella-Duftgeranie
- Basilikum
- Rosmarin
- Lavendel
- Katzenminze
Kräuter wie Basilikum, Zitronenmelisse, Zitronengras und Rosmarin eignen sich hervorragend für die Küche. Platziere sie zum Beispiel auf der Fensterbank, dort bekommen sie genug Licht und lassen sich gleichzeitig zum Kochen nutzen. Und Katzenminze ist zum Beispiel gleich doppelt nützlich, da sie sich zusätzlich für Haushalte mit Katzen eignet. Der Inhaltsstoff Nepetalacton hält Mücken fern, wirkt auf die meisten Katzen aber wie ein Magnet. Sie rollen sich gern darin oder knabbern an den Blättern, für sie ist Katzenminze ein natürliches Spielzeug. Ein Topf auf der Fensterbank wirkt also gleichzeitig als Mückenschutz und Katzenbeschäftigung.
Welche Pflanze hilft gegen Fliegen?
Ebenso nervig, besonders im Sommer, sind Fliegen in der Wohnung. Große Fliegen tummeln sich am Fenster, kleine Obstfliegen sammeln sich um die Obstschale in der Küche. Gegen normale Fliegen wirken viele der bereits genannten Kräuter ebenso gut wie gegen Mücken. Und auch bei Obstfliegen in der Küche kommen oft dieselben Kräuter zum Einsatz. Basilikum, Minze, Rosmarin und Lavendel vertreiben mit ihrem intensiven Duft auch Fliegen. Außerdem helfen häufig auch Schnittlauch, Knoblauch und Kapuzinerkresse. Alle diese Pflanzen lassen sich problemlos als Topfpflanze auf der Küchenfensterbank ziehen.
Welche Pflanze hält Wespen fern?
Bienen sind im Garten und auf dem Balkon gern gesehen. Sie bestäuben Blüten und sind für das ökologische Gleichgewicht wichtig. Wespen dagegen sorgen eher für Unruhe am Esstisch oder in der Wohnung. Bekannte Pflanzen gegen Wespen sind:
- Lavendel
- Duftgeranie
- Minze
- Zitronenmelisse
- Chrysantheme
Auch hier sind es die ätherischen Öle, die Wespen den Aufenthalt vermiesen. Der intensive Duft überdeckt die Gerüche, an denen sich Wespen orientieren, sodass sie lieber einen Bogen um die Pflanze machen. Am wirkungsvollsten stehen die Töpfe dort, wo Wespen sonst hereinkommen, also auf dem Balkon, der Terrasse oder direkt auf der Fensterbank.
Welche Pflanze schützt vor Motten?
Motten treten in der Wohnung meist an zwei Stellen auf: im Kleiderschrank als Kleidermotten oder in der Vorratskammer als Lebensmittelmotten. Auch hier können Gerüche bestimmter Pflanzen wirken. Nützliche Pflanzen gegen Motten sind:
- Lavendel
- Lorbeer
- Nelken
- Waldmeister
- Rosmarin
Anders als bei Mücken und Wespen kommen diese Pflanzen hier meist getrocknet zum Einsatz. Im dunklen Schrank würde eine lebende Pflanze ohnehin nicht überleben. Getrocknete Lavendelblüten, Lorbeerblätter, Nelken oder Waldmeister wandern deshalb als kleine Sträußchen oder in Stoffsäckchen zwischen die Kleidungsstücke oder ins Vorratsregal. Der intensive Duft der enthaltenen Öle der Pflanzen schützt vor Motten, ohne dass Chemie zum Einsatz kommt.
Luftreinigung: Nützliche Pflanzen für das Raumklima
Ist von nützlichen Pflanzen für die Wohnung die Rede, liegt der Fokus zudem meist auf einem gesunden Raumklima. Da können auch tropische Pflanzen mithalten, wie die Efeutute, der Bogenhanf, das Anthurium oder die Monstera. Diesen Pflanzen werden luftreinigende Eigenschaften zugeschrieben. Mehr dazu und Tipps zu einer sinnvollen Auswahl für dein Zuhause findest du in unserem Beitrag: Luftreinigende Pflanzen: Die grüne Lösung für saubere Innenraumluft.
Dekorative und nützliche Pflanzen kombinieren
Fast jede Zimmerpflanze sorgt für eine angenehme Atmosphäre. Gezielten Schutz vor Mücken, Wespen und Motten bleibt dagegen eine Sache bestimmter Duftpflanzen wie Lavendel, Citronella-Geranie oder Katzenminze. Beides lässt sich in der Wohnung jedoch problemlos kombinieren. Eine große Monstera oder ein hoch gekletterter Philodendron bilden den optischen Anker im Raum, während ein Topf Lavendel oder Katzenminze auf der Fensterbank den praktischen Part übernimmt. So bekommst du das Beste aus beiden Welten: dekorative Statementpflanzen und funktionalen Insektenschutz in einem Zuhause.

