Gießkanne steht auf einem Tisch im Hintergrund befinde sich Pflanzen

Bottom Watering: Die Methode, mit der du Pflanzen von unten gießt

Wenn es wieder an der Zeit ist, die Zimmerpflanzen zu gießen, greift man meist ganz automatisch zur Gießkanne. Dabei gibt es noch eine alternative Methode, die immer mehr Pflanzen­freunde für sich entdecken: das sogenannte Bottom Watering. Das Gießen von unten kann helfen, Pflanzen gezielter mit Wasser zu versorgen und typische Pflege­fehler zu vermeiden. Wir erklären dir, wie Bottom Watering funktioniert und worauf du achten solltest, um deine grünen Mitbewohner optimal mit Wasser zu versorgen.

Was ist Bottom Watering?

Bottom Watering bezeichnet eine Bewässerungs­methode, bei der Pflanzen Wasser von unten aufnehmen. Anstatt das Wasser wie üblich mit der Gießkanne von oben auf die Erde zu geben, wird die Pflanze in ein Gefäß mit Wasser gestellt. Über die Abzugs­löcher im Boden des Topfes saugt sich das Substrat langsam mit Wasser voll, bis die Pflanze ausreichend versorgt ist. Diese Art des Gießens ahmt das natürliche Wasser­aufnahme­verhalten vieler Pflanzen nach und sorgt dafür, dass die Feuchtigkeit gleichmäßig im Wurzel­bereich verteilt wird. Überschüssiges Wasser kann dabei gezielt dosiert werden, wodurch typische Gießfehler vermieden werden können.

Diese Vorteile hat das Gießen von unten 

Das Gießen von unten ist zwar etwas zeit­aufwendiger, bietet der Pflanze dafür aber gleich mehrere Vorteile:

  • Die richtige Wassermenge: Das Substrat saugt nur so viel Wasser auf, wie es tatsächlich speichern kann, wodurch das Risiko des Über­gießens deutlich reduziert wird.

  • Geringeres Risiko für Staunässe und Wurzelfäule: Da kein Wasser von oben in den Topf gegossen wird, sammelt sich weniger über­schüssige Feuchtigkeit im Wurzelbereich.

  • Trockene obere Erdschicht: Die obere Erdschicht bleibt weitgehend trocken, was Schimmelbildung und Trauermücken vorbeugen kann.

  • Schonender für empfindliche Pflanzen: Blätter, Stängel und empfindliche Pflanzen­teile kommen beim Bottom Watering nicht mit Wasser in Kontakt.

  • Gleichmäßige Durchfeuchtung: Das Wasser verteilt sich von unten nach oben gleichmäßig im Substrat und erreicht auch tief liegende Wurzeln.

  • Weniger Nährstoffauswaschung: Beim Bottom Watering werden Nährstoffe im Substrat weniger stark ausgespült.

Pflanzen von unten gießen – so geht's

Für das Bottom Watering benötigst du lediglich ein geeignetes Gefäß, Wasser und etwas Geduld. Wichtig ist vor allem, dass die Pflanzen ausreichend Zeit haben, das Wasser aufzunehmen und dass auf Hygiene geachtet wird, um keine Krank­heiten oder Schädlinge zu übertragen. Dies kann passieren, wenn mehrere Pflanzen im gleichen Gefäß gewässert werden. Idealer­weise kontrollierst du deine Pflanzen ohnehin regel­mäßig auf Schädlinge. Um auf Nummer sicher zu gehen, kannst du beim Bottom Watering aber separate Schalen verwenden oder nach jeder Pflanze das verbleibende Wasser auswechseln und das Gefäß kurz ausspülen.

1. Pflanze aus dem Übertopf nehmen

Um mit dem Bottom Watering zu beginnen, nimm die Pflanze, die du von unten gießen möchtest aus ihrem Übertopf. Wichtig ist, dass nur der Innentopf mit Abzugs­löchern ins Wasser kommt, damit die Erde das Wasser von unten aufsaugen kann. Stell den Übertopf kurz beiseite und prüfe am besten direkt, ob die Abzugs­löcher frei sind. Verwendest du einen Tontopf oder einen Topf mit Löchern im Boden, kannst du ihn einfach vom Untersetzer nehmen und direkt für den nächsten Schritt bereitstellen.

2. Gefäß mit Wasser befüllen

Wähle ein ausreichend großes Gefäß, zum Beispiel eine Schale oder einen Eimer, und fülle es etwa zu einem Viertel mit Wasser. Verwende am besten kalkarmes Wasser mit Zimmer­temperatur. Hast du kein passendes Gefäß oder möchtest mehrere Pflanzen gleichzeitig von unten gießen, kannst du alternativ auch die Bade­wanne oder eine tiefe Dusche nutzen. So lassen sich mehrere Pflanzen gleichzeitig bewässern und du sparst Zeit.

3. Pflanze in das Wasser stellen

Stelle deine Pflanze vorsichtig in das Gefäß mit Wasser. Wie lange die Pflanze beim Bottom Watering im Wasser stehen sollte, hängt von ihrer Größe und der Beschaffen­heit des Substrats ab. In der Regel reichen etwa 15 bis 20 Minuten aus, damit sich die Erde ausreichend mit Wasser vollsaugt. Du erkennst dies daran, dass der Wasser­stand sinkt, die obere Erdschicht leicht feucht wird und sich der Topf deutlich schwerer anfühlt.

4. Pflanze zurück in den Übertopf stellen

Sobald die Erde ausreichend Wasser aufgenommen hat, kannst du die Pflanze vorsichtig aus dem Wasser­bad nehmen. Lass den Innentopf kurz abtropfen, damit über­schüssiges Wasser abfließen kann und sich später keine Staunässe im Übertopf bildet. Anschließend kannst du die Pflanze wieder zurück in den Übertopf oder auf den Untersetzer stellen und sie an ihren gewohnten Standort zurückbringen. 

Wie lange und wie oft sollte man das Bottom Watering durchführen?

Wie lange eine Pflanze beim Bottom Watering im Wasser stehen sollte, hängt vor allem von ihrer Größe, dem Topfmaterial und dem verwendeten Substrat ab. In den meisten Fällen reichen etwa 15 bis 20 Minuten aus, damit sich die Erde ausreichend mit Wasser vollsaugen kann. Größere Pflanzen oder sehr trockenes Substrat können etwas mehr Zeit benötigen, wichtig ist jedoch, die Pflanze nicht unnötig lange im Wasser stehen zu lassen.

Auch wie oft du das Bottom Watering durchführen solltest, lässt sich nicht pauschal festlegen, da der Wasserbedarf je nach Pflanze, Standort und Jahreszeit variiert. Im Durchschnitt benötigen die meisten Zimmer­pflanzen etwa alle 7 bis 14 Tage Wasser. Im Sommer, wenn es wärmer ist und die Pflanzen aktiv wachsen, kann das Bottom Watering ggfls. auch einmal pro Woche nötig sein. In den Winter­monaten reicht es bei vielen Pflanzen hingegen aus, sie alle zwei bis drei Wochen zu gießen, da sie weniger Wasser verbrauchen.

Um zu prüfen, ob deine Pflanze erneut Wasser benötigt, kannst du ganz einfach den Fingertest machen. Stecke dafür einen Finger etwa zwei bis drei Zentimeter tief in die Erde. Fühlt sich das Substrat noch feucht an oder bleibt Erde am Finger kleben, ist noch genügend Wasser vorhanden. Ist die Erde hingegen trocken und rieselt locker ab, kannst du deine Pflanze wieder gießen.

Diese Pflanzen sind für das Bottom Watering geeignet

Grundsätzlich kannst du fast alle Pflanzen von unten gießen. Besonders gut eignet sich Bottom Watering für Pflanzen, die eine gleichmäßige Wasser­versorgung bevorzugen oder bei denen das Gießen von oben schwierig ist, etwa bei dichtem Wuchs oder empfindlichen Blättern. Aber auch kleinere Pflanzen profitieren häufig von dieser Gießtechnik. Geeignete Pflanzen sind zum Beispiel:

  • Grünpflanzen wie Monstera, Philodendron oder Efeutute

  • Calathea- und Maranta-Arten

  • Ficus-Arten

  • Farne und Gräser

  • Sukkulenten

Ist eine Pflanze bereits sehr groß, ist das Bottom Watering oft weniger geeignet. Dafür wird ein großes Gefäß mit viel Wasser benötigt, zum Beispiel eine Bade­wanne. Die Pflanze muss dorthin getragen werden, was je nach Größe und Gewicht anstrengend sein kann. Außerdem dauert es bei großen Töpfen länger, bis die Erde genug Wasser aufgenommen hat. In diesen Fällen ist das Gießen von oben meist die praktischere Lösung.

Gezieltes Gießen für gesunde Pflanzen

Insgesamt ist Bottom Watering eine Methode, die du je nach Pflanze und Situation gut ausprobieren kannst, um deine Pflanzen gezielt und kontrolliert mit Wasser zu versorgen. Auch wenn sich nicht jede Pflanze gleicher­maßen dafür eignet, kann diese Methode bei richtiger Anwendung helfen, typische Pflege­fehler zu vermeiden. Am besten probierst du selbst aus, welche Art des Gießens für deine Pflanzen und deinen Alltag am besten funktioniert, damit sie langfristig gesund bleiben und sich gut entwickeln können.