Zwei Zimmerpflanzen stehen auf einer Fensterbank in der Sonne

Zimmerpflanzen im Sommer: Darauf solltest du achten

Mit den Jahreszeiten verändert sich nicht nur die Umgebung deiner Pflanzen. Auch die Pflanzen selbst durchlaufen verschiedene Phasen. Im Frühjahr beginnt für viele Arten die Wachstumsphase, und im Sommer sind sie am aktivsten. Dann bilden sie neue Blätter und brauchen mehr Wasser und Nährstoffe. Herbst und Winter bremsen ihr Tempo deutlich. Wer diese Rhythmen kennt, kann besser reagieren. Gerade im Sommer lohnt sich dieser Blick. Zwar wachsen Zimmerpflanzen im Sommer am stärksten, zugleich reagieren sie empfindlich auf Hitze, Sonne und trockene Luft. Die richtige Pflege in den jeweiligen Phasen entscheidet darüber, wie sich die Pflanzen entfalten und wie lange ihre Schönheit bleibt.

Erhöhter Wasserbedarf im Sommer

Im Sommer haben die meisten Zimmerpflanzen einen erhöhten Bedarf an Wasser. Zum einen verdunsten die Pflanzen über ihre Blätter mehr Wasser, weil die Temperaturen steigen. Zum anderen trocknet das Substrat bei Hitze deutlich schneller aus. Das Gießverhalten gehört deshalb zu den wichtigsten Maßnahmen, die du in der Sommerpflege anpassen solltest.

  • Häufigkeit: Im Sommer musst du deine Zimmerpflanzen häufiger gießen als in den übrigen Jahreszeiten. Viele tropische Pflanzen brauchen bei warmem Wetter etwa alle zwei bis drei Tage Wasser. Wie oft du genau gießen solltest, hängt aber von der Art, der Größe und den individuellen Bedingungen ab.
  • Gießmenge: Gieße so viel, dass die Erde gleichmäßig durchfeuchtet ist. Steht nach etwa 15 Minuten noch Wasser im Untersetzer oder Übertopf, gieße es ab. Besser selten und gründlich als oft und nur oberflächlich. Bei zu flachem Gießen bilden die Wurzeln sich eher flach aus.
  • Trocknen: Auch im Sommer, wenn die Pflanze mehr Wasser braucht, sollte das Substrat nie dauerhaft nass sein. Denn dann fehlt den Wurzeln Luft, und Wurzelfäule droht. Stecke deshalb den Finger ein bis zwei Zentimeter tief in die Erde. Ist sie dort trocken, gießt du. Ist sie noch feucht, wartest du lieber.

Beobachte deine Pflanzen im Sommer genau. Auch die Blätter verraten, wie es um den Wasserhaushalt steht. Hängen sie schlaff herunter, fehlt der Pflanze oft Wasser. Gelbe Blätter können sowohl auf zu wenig als auch auf zu viel Wasser hindeuten. Betrachte die Blätter deshalb immer zusammen mit dem Zustand der Erde und passe das Gießverhalten entsprechend an.

Wachstum durch Düngung fördern

Frau gießt eine Zimmerpflanze

Um deiner Pflanze im Sommer die passenden Nähr­stoffe für ihre Wachstums­phase zu liefern, ist es sinnvoll, sie zu düngen. Während dieser Zeit haben tropische Pflanzen oft einen hohen Nähr­stoff­bedarf, der durch regel­mäßige Düngung gedeckt werden muss. Im Früh­jahr kannst du bereits langsam mit dem Düngen starten. Gegen Ende des Sommers reduzierst du die Gaben wieder, bis im Herbst die Ruhephase beginnt.

  • Geeignete Düngemittel: Verwende Dünger, der für tropische Pflanzen oder Zimmerpflanzen formuliert ist. Er liefert die Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium. Dazu kommen Spurenelemente wie Eisen.
  • Düngerart: Flüssigdünger gibst du direkt ins Gießwasser. Er wirkt schnell, weil die Wurzeln die Nährstoffe sofort aufnehmen können. Feststoffdünger wie Granulat oder Stäbchen geben die Nährstoffe über einen längeren Zeitraum ab. Sie eignen sich besonders für Pflanzen, die seltener gegossen werden.
  • Düngefrequenz: Im Sommer kannst du je nach Dünger und Dosierung wöchentlich oder circa alle zwei Wochen düngen, einige Dünger auch seltener. Achte deshalb auf die Packungsanweisung. Schnell wachsende Arten profitieren eher von der kürzeren Spanne, langsam wachsende kommen mit der längeren aus.

Gerade im Sommer ist die Versuchung groß, mehr zu düngen, weil die Pflanze so kräftig wächst. Doch mehr ist nicht mehr. Zu viel Dünger macht die Erde salzig. Dadurch kann die Pflanze trotz nasser Erde weniger Wasser aufnehmen und die Wurzeln nehmen Schaden. Eine Überdüngung sollte also auch im Sommer vermieden werden. 

Das richtige Maß an Sonne

Man könnte meinen, tropische Pflanzen lieben die Sonne. Doch viele Arten stammen aus dem Regenwald. Dort wachsen sie im Schatten hoher Bäume und sind vor direkter Sonne geschützt. Viele Zimmerpflanzen vertragen Sonne deshalb nicht so gut, wie man denkt. Zu intensive Einstrahlung kann die Blätter verbrennen. Gerade im Sommer solltest du deshalb darauf achten, dass Lichtverhältnisse und Sonneneinstrahlung zu den Ansprüchen deiner Pflanze passen.

Ein Platz am Fenster, der im Winter und Frühjahr gut war, kann im Sommer zu viel Sonne abbekommen. Die Sonne steht dann höher und strahlt intensiver, und die Fensterscheibe verstärkt die Hitze zusätzlich. Dann solltest du die Pflanze gegebenenfalls an einen anderen Standort stellen, der hell bleibt, aber weniger direkte Sonne bekommt. Auch Schattenspender können helfen. Vorhänge, Jalousien oder Lichtnetze filtern das Licht, sodass es die Blätter nicht mehr so stark trifft, die Pflanze aber trotzdem genug Helligkeit hat.

Auch Zimmerpflanzen im Sommer rauszustellen, tut vielen Arten gut. Welche Zimmerpflanzen im Sommer raus können, hängt jedoch vor allem von ihrer Herkunft ab. Wichtig ist deshalb, dass du den Standort an die Ansprüche jeder Pflanze anpasst. Pflanzen aus trockenen, sonnigen Regionen fühlen sich auf dem Balkon oder der Terrasse meist wohl. Dazu gehören Kakteen, Sukkulenten und Bogenhanf. Auch Strelitzien vertragen viel Licht. Die meisten Monsteras und Philodendren bevorzugen beispielsweise eher Halbschatten, etwa unter einem Balkonvordach. Und besonders panaschierte Pflanzen reagieren besonders empfindlich auf direkte Sonne und bleiben am besten an einem hellen, aber schattigen Platz.

Wenn du deine Zimmerpflanzen im Sommer nach draußen stellst, solltest du sie schrittweise an das neue Licht gewöhnen. Zuerst bietet sich ein schattiger Platz an. Später kann die Pflanze für kurze Zeit in die Morgensonne. Die Sonnenzeit verlängerst du dann Tag für Tag. Den genauen Ablauf erklären wir in unserem Beitrag "Pflanzen an die Sonne gewöhnen".

Egal, wo deine Pflanze im Sommer steht, solltest du sie regelmäßig auf Anzeichen von Hitzestress prüfen. Verbrannte oder gelblich verfärbte Blätter zeigen oft, dass die Pflanze zu viel Sonne abbekommen hat. In solchen Fällen wechselst du besser den Standort oder spendest zusätzlichen Schatten, bevor die Schäden größer werden. Bereits verbrannte Blattstellen werden jedoch nicht wieder grün. Ist ein Blatt komplett braun, solltest du es entfernen.

Schädlingsdruck im Sommer

Warme Temperaturen und trockene Luft begünstigen Pflanzenschädlinge wie Spinnmilben, Blattläuse oder weiße Fliegen. Wer seine Pflanzen gerade jetzt regelmäßig kontrolliert, erkennt einen Befall früh. Gelbe Flecken und feine Gespinste an den Blattunterseiten sind oft das erste Zeichen. Pflanzen, die im Sommer auf dem Balkon oder der Terrasse stehen, solltest du besonders im Blick behalten. Insekten im Freien bieten Schädlingen einen einfachen Weg an die Pflanzen. Bei einem Befall solltest du schnell handeln. Oft reicht es schon, die Blätter mit einem feuchten Tuch abzuwischen oder die Pflanze gründlich abzuspülen. Außerdem kannst du verschiedene natürliche Mittel gegen Schädlinge einsetzen. Je früher du handelst, desto besser lässt sich deine Pflanze retten.

    Die Pflege während der anderen Jahreszeiten

    Die richtige Pflege im Sommer legt die Grundlage für kräftiges Wachstum. Doch auch in den anderen Jahreszeiten braucht deine Pflanze Aufmerksamkeit. Im Herbst und Winter fährt sie ihr Wachstum zurück. Dann gießt du seltener, düngst weniger und achtest besonders auf den Standort. Die trockene Heizungsluft setzt den Blättern zu, deshalb hilft es, die Pflanzen regelmäßig zu besprühen oder einen Luftbefeuchter aufzustellen. Wie du tropische Pflanzen sicher durch den Herbst und Winter bringst, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag zur Pflanzenpflege im Winter.