Tropische Zimmerpflanzen gewinnen immer mehr an Beliebtheit. Kein Wunder: Besondere Blätter, Farben und Wuchsformen bringen eine besondere Ästhetik in unsere Wohnräume und sorgen nebenbei für ein besseres Raumklima. Viele der beliebtesten Arten zählen können jedoch für Menschen sowie Haustiere ein Risiko darstellen. Besonders Familien mit Kindern und Haustieren sollten daher wissen, welche Pflanzen gefährlich werden können, welche Symptome eine Vergiftung auslöst und wie man im Ernstfall richtig reagiert.
Giftstoffe in tropischen Zimmerpflanzen
In ihrer natürlichen Umgebung müssen sich Pflanzen gegen Fraßfeinde, Pilzbefall und Krankheiten schützen. Viele tropische Arten haben dafür chemische Abwehrstoffe entwickelt. Diese Stoffe stecken oft in Blättern, Stängeln, Wurzeln oder im Milchsaft und können bei Hautkontakt oder Verzehr Beschwerden auslösen – wie stark, hängt von Pflanzenart, Menge und individueller Empfindlichkeit ab. Die häufigsten Giftstoffe in Zimmerpflanzen sind:
- Calciumoxalat-Kristalle: können Hautreizungen, Reizungen in Mund und Rachen oder Bauchschmerzen und Erbrechen verursachen
- Saponine: reizen den Magen-Darm-Trakt und führen zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall
- Alkaloide: wirken auf das Nervensystem und können Zittern, Krämpfe oder Herzrhythmusstörungen zur Folge haben
- Glykoside: wirken direkt auf den Herzmuskel – schon kleine Mengen können Herzrhythmusstörungen auslösen
- Anthrachinone: wirken abführend und reizend auf den Magen-Darm-Trakt, können Bauchschmerzen und Durchfall auslösen
Risiko für Menschen und Haustiere
Ob eine giftige Zimmerpflanze zur echten Gefahr wird, hängt stark davon ab, wer mit ihr in Kontakt kommt. Besonders gefährdet sind Kinder und Babys. Sie erkunden ihre Umgebung mit dem Mund und erkennen giftige Pflanzen nicht als Gefahr. Hinzu kommt das Körpergewicht. Dieselbe Menge Gift, die bei einem Erwachsenen kaum auffällt, kann bei einem Kleinkind oder einem kleinen Haustier schon ernsthafte Symptome auslösen. Auch Katzen und Hunde sind gefährdet, da sie gerne an Blättern knabbern oder Pflanzensaft über die Pfoten aufnehmen. Deshalb ist es wichtig, Vergiftungssymptome sowohl bei Mensch als auch Tier zu kennen. Eine Vergiftung kann sich zum Beispiel äußern in:
- Hautrötungen oder Brennen nach Kontakt mit Pflanzensaft
- Schwellungen und Reizungen in Mund und Rachen
- Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall
- Vermehrtem Speichelfluss, besonders bei Haustieren
- In schweren Fällen: Atembeschwerden oder Herzrhythmusstörungen
Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Kontakt
- Bei Hautkontakt: Haut mit klarem Wasser und milder Seife waschen.
- Bei Verschlucken: Mund mit Wasser ausspülen und viel trinken, aber nicht zum Erbrechen zwingen
- Giftnotruf: Die passende Nummer für deine Region findest du in der Liste des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR)
- Bei schweren Reaktionen: Sofort medizinische Hilfe holen bzw. den Notruf wählen
15 giftige Zimmerpflanzen und mögliche Symptome
Diese potenziell giftigen Zimmerpflanzen solltest du kennen. Wichtig zu wissen: Sie können giftig sein und Reaktionen auslösen, müssen es aber nicht bei jedem Kontakt tun. Die folgenden Symptome sind deshalb als mögliche Reaktionen zu verstehen, nicht als feste Regel. Welche Symptome jemand zeigt und auch wie stark jemand reagiert, hängt von Menge, Körpergewicht und individueller Empfindlichkeit ab. Solltest du nach Kontakt oder Verzehr andere als die genannten Symptome bemerken, hol trotzdem ärztlichen oder tierärztlichen Rat ein.
Pflanze |
Giftige Stoffe |
Vergiftung bei Menschen |
Vergiftung bei Tieren |
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Alocasia |
Calciumoxalat-Kristalle in Blättern und Stängeln |
Hautreaktionen, besonders bei Kontakt mit Augen oder Wunden |
Magenbeschwerden bei Verzehr |
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Aloe Vera |
Anthrachinone in Blattrinde und Saft (nicht im Gel) |
Abführende Wirkung, Bauchschmerzen bei Verzehr der Rinde |
Durchfall, Erbrechen, Mattigkeit |
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Amaryllis |
Alkaloide in allen Pflanzenteilen, am stärksten in der Zwiebel |
Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen |
Erbrechen, Zittern, Koordinationsstörungen |
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Anthurium |
Calciumoxalat-Kristalle in Blättern und Blüten |
Hautrötung, bei Verzehr Reizung von Mund und Rachen |
Vermehrter Speichelfluss, Schluckbeschwerden und Erbrechen |
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Bogenhanf |
Saponine in den Blättern |
Selten relevant, bei größeren Mengen Übelkeit |
Erbrechen und Durchfall |
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Dieffenbachie |
Calciumoxalat-Kristalle und proteolytische Enzyme, v. a. in Stängel und Blättern |
Juckreiz und Schwellung bei Hautkontakt, starke Schwellungen im Mund bei Verzehr |
Schluckbeschwerden, in schweren Fällen Atemnot |
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Efeutute |
Calciumoxalat-Kristalle in Blättern und Stängeln |
Hautreizung, bei Verzehr Reizung von Mund und Rachen |
Vermehrter Speichelfluss und Erbrechen |
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Einblatt |
Calciumoxalat-Kristalle in Blättern und Blüten |
Hautreizung, Brennen im Mund bei Verzehr |
Vermehrter Speichelfluss, Erbrechen, Schluckbeschwerden |
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Monstera |
Calciumoxalat-Kristalle in Blättern, Wurzeln und Luftwurzeln |
Hautreizung, beim Verzehr Brennen im Mund und Schwellungen |
Vermehrter Speichelfluss und Erbrechen |
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Oleander |
Herzglykoside in allen Pflanzenteilen |
Hautreizung möglich, bei Verzehr Übelkeit und Herzrhythmusstörungen |
Herzrhythmusstörungen, in größeren Mengen potenziell tödlich |
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Philodendron |
Calciumoxalat-Kristalle in allen Pflanzenteilen |
Hautreizung bei Kontakt, beim Verzehr Brennen in Mund und Rachen sowie Übelkeit |
Erbrechen und Durchfall |
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Schefflera |
Calciumoxalat-Kristalle in den Blättern |
Hautreizung, Übelkeit bei Verzehr |
Erbrechen, Appetitlosigkeit |
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Syngonium |
Calciumoxalat-Kristalle in Blättern und Stängeln |
Hautreizung, bei Verzehr Reizung der Mundschleimhaut |
Vermehrter Speichelfluss und Erbrechen |
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Weihnachtsstern |
Reizender Milchsaft in allen Pflanzenteilen |
Meist milde Hautreizung |
Erbrechen, in Einzelfällen Lähmungserscheinungen |
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Zamioculcas |
Calciumoxalat-Kristalle, v. a. in den Blättern |
Leichte Hautreizung |
Reizung im Mundbereich, Magen-Darm-Beschwerden |

Warum du trotzdem nicht auf diese Pflanzen verzichten musst
Vorsicht ist besser als Nachsicht – das heißt aber nicht, dass du auf deine Lieblingspflanzen verzichten musst. Lebst du allein oder nur mit anderen Erwachsenen im Haushalt, ist das Risiko ohnehin gering. Hast du Kinder oder Haustiere, reichen meist ein paar einfache Maßnahmen, um giftige Zimmerpflanzen trotzdem sicher bei dir zuhause zu platzieren:
- Außer Reichweite aufstellen: Stelle giftige Pflanzen hoch, wo Kinder und Haustiere nicht rankommen. Da Katzen klettern, hilft hier eher ein unzugänglicher Raum, ein Glasschrank oder direkt eine ungiftige Alternative.
- Tote Pflanzenteile entsorgen: Abgeschnittene oder abgefallene Pflanzenteile sofort und sicher entsorgen, statt sie offen liegen zu lassen oder auf dem Kompost zu sammeln.
- Nach Kontakt gründlich Hände waschen: Der Saft vieler Pflanzen kann Hautreizungen verursachen.
- Handschuhe tragen: Beim Zurückschneiden oder Umtopfen Handschuhe tragen, um dich vor direktem Kontakt mit dem Saft zu schützen.
Ungiftige Alternativen für dein Zuhause
Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, gibt es auch ungiftige Alternativen. Je nachdem, ob du Hunde, Katzen oder kleine Kinder zuhause hast, kommen unterschiedliche Pflanzen infrage. Eine Übersicht findest du jeweils hier:
Giftige Zimmerpflanzen sind nicht immer ein Grund zur Panik, aber auch keine Kleinigkeit. Die Symptome reichen von harmlosen Hautreizungen bis zu ernsthaften Vergiftungen – deshalb lohnt es sich, die eigenen Pflanzen zu kennen und entsprechend vorzusorgen. Wer weiß, welche Arten im Haushalt stehen, wo das Risiko liegt und wie im Ernstfall reagiert wird, kann tropisches Grün und ein sicheres Zuhause miteinander vereinbaren.

