Nahaufnahme der Nodien an einer Monstera Deliciosa

Nodien

Was sind Nodien?

Nodien (deutsche Bezeichnung: Blattknoten) sind die Stellen am Pflanzenstamm, an denen Blätter, Seitentriebe, Knospen oder Luftwurzeln aus dem Stängel austreten. Sie sind als leichte Verdickung oder Wulst am Stamm erkennbar und heben sich deutlich von den glatten Abschnitten zwischen zwei Knoten ab. An den Nodien ist der Stamm ringförmig verdickt und die Oberfläche fühlt sich rauer an als der Rest des Stängels. Bei vielen Zimmerpflanzen zeigt sich dort auch eine sichtbare Narbe, die von einem abgefallenen oder abgeschnittenen Blatt übrig geblieben ist.

Nodien vs. Internodien

Die Abschnitte zwischen zwei Nodien werden als Internodien bezeichnet. Das Zusammenspiel beider Strukturen bestimmt maßgeblich, wie eine Pflanze aussieht. Während an den Nodien das eigentliche Wachstum stattfindet, strecken sich die Internodien und geben der Pflanze ihre Länge und Form. Kurze Internodien bedeuten einen kompakten, dicht belaubten Wuchs. Lange Internodien entstehen oft bei Lichtmangel, weil die Pflanze versucht, schnell mehr Licht zu erreichen. Diesen Vorgang nennt man Etiolierung. Die Pflanze streckt ihre Internodien, die Abstände zwischen den Blättern werden größer und der Stamm wirkt dünn und instabil. Ein klares Zeichen, dass die Pflanze zu dunkel steht.

Funktion der Nodien

Nodien sind die aktivsten Stellen einer Pflanze und übernehmen gleich mehrere entscheidende Aufgaben auf einmal. An den Blattknoten entstehen neue Triebe, hier verzweigt sich die Pflanze, und hier fließen Wasser und Nährstoffe in die Blätter.

  • Verzweigungspunkte: Aus den Achselknospen an den Nodien treiben neue Seitentriebe aus. So verzweigt sich die Pflanze und entwickelt ihre charakteristische Form.
  • Wachstumsregulation: Die Nodien steuern, wie und wo neue Triebe entstehen. Wird ein Haupttrieb gekappt, aktivieren sich die Knospen an den darunterliegenden Nodien.
  • Transport: Durch die Nodien verlaufen die Leitbahnen der Pflanze. Wasser und Nährstoffe fließen hier vom Stamm in die Blätter und Triebe.

Nodien erkennen und nutzen

Wer Pflanzen vermehren oder buschiger wachsen lassen möchte, sollte wissen, wo die Nodien sitzen und wie man sie erkennt. Ein Nodium ist die leicht verdickte, oft etwas rauer wirkende Stelle am Stamm, an der ein Blatt ansetzt oder angesetzt hat. Bei Monstera und Philodendron sieht man dort häufig eine kleine Narbe oder einen Luftwurzelansatz. Genau an dieser Stelle liegt das Potenzial für neues Wachstum.

Verzweigung

Wer möchte, dass eine Pflanze sich stärker verzweigt, kann sie knapp oberhalb eines Blattknotens abschneiden. Die dort sitzende Achselknospe treibt daraufhin aus und bildet einen neuen Seitentrieb. Je weiter unten am Stamm der Schnitt gesetzt wird, desto kompakter und buschiger entwickelt sich die Pflanze.

Vermehrung

Für die Vermehrung sollte der Schnitt unterhalb eines Blattknotens angesetzt werden, sodass der Steckling noch mindestens ein intaktes Nodium enthält. Bei den meisten Zimmerpflanzen ist eine Vermehrung ohne Nodien nicht möglich. Ein Blatt ohne Blattknoten, wie es bei Monstera oder Philodendron vorkommt, bildet zwar manchmal Wurzeln, treibt aber keinen neuen Stängel aus. Das Ergebnis ist eine bewurzelte, aber wachstumsstagnierte Pflanze.

Intaktes vs. nicht intaktes Nodium

Nicht jedes Nodium treibt zuverlässig aus. Wer Stecklinge schneidet oder eine Pflanze zurückschneidet, sollte vorher prüfen, ob der Blattknoten noch intakt ist. Ein gesundes Nodium ist fest, die Oberfläche leicht feucht oder zumindest nicht eingetrocknet. Die Farbe ist grün bis hellbraun, je nach Pflanzenart. Ein Luftwurzelansatz oder eine sichtbare Knospe ist ein gutes Zeichen.

Fehlt eine sichtbare Knospe, muss das nicht bedeuten, dass das Nodium inaktiv ist. Es kann sich auch um ein schlafendes Auge handeln. Das ist eine ruhende Knospe, die sich erst aktiviert, wenn ein Haupttrieb gekappt wird oder die Pflanze Stress erfährt. Für die Vermehrung gilt daher: Im Zweifelsfall lieber einen Steckling mit zwei Nodien schneiden. Fällt eines aus, bleibt noch eine zweite Chance.

Blattknoten bei verschiedenen Pflanzenarten

Nodien sehen nicht bei jeder Pflanze gleich aus. Fast alle Gefäßpflanzen haben Nodien, aber Form, Größe und Beschaffenheit der Knoten unterscheiden sich je nach Art. Bei manchen Pflanzen sind sie deutlich sichtbar und leicht zu finden, bei anderen kaum erkennbar oder für die Vermehrung wenig relevant. Wer das weiß, findet sie schneller und schneidet sicherer. 

  • Monstera: Deutlich verdickte Knoten, oft mit sichtbarer Blattnarbe und Luftwurzelansatz. 
  • Philodendron: Etwas unauffälligere, aber gut erkennbare Knoten mit häufig sichtbarer Knospe. Kletternde Arten bilden an den Nodien zusätzlich feine Haftwurzeln.
  • Syngonium: Schlanke, eng beieinanderliegende Nodien, klar erkennbar dort, wo der Blattstiel in den Stängel übergeht. Auch hier sitzen Luftwurzelansätze direkt am Knoten.
  • Alocasia: Kurze, gedrungene Nodien, die oft von Blattresten umhüllt sind.

Einige Pflanzen bilden gar keine klassische Sprossachse mit sichtbaren Nodien aus. Strelitzien etwa wachsen aus einem Scheinstamm heraus, bei dem die Blätter direkt aus der Basis austreten. Auch Pflanzen mit Rhizom wie viele Farne oder Ingwergewächse funktionieren nach einem anderen Prinzip. Diese Pflanzen lassen sich demnach auch nicht über Stecklinge mit Nodien vermehren, sondern durch Teilung des Wurzelstocks.